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IMPRESSUM
 
 

ANNE BEFFORT (1880-1966)

Mädchenbildung 

Die Clausenerin wurde als zweites von zehn Kindern eines Gärtners und einer Näherin geboren. Sie absolvierte die Sekundarschule der "Sainte-Sophie" und brachte es in Rekordzeit zum höchsten Lehrerinnen-Diplom. Nach vier Berufsjahren beschloss sie zu studieren: Sie ging nach Münster, dann nach Paris, wo sie an der Sorbonne den Doktorgrad in Literatur erhielt. Finanzieren konnte sie ihre Studien mit Hilfe von staatlichen Zuschüssen: "Je ne vous dirai pas mes difficultés personnelles, quand j'eus le courage ou l'audace, de rompre avec la tradition et d'aller à l'Université. Mais je remercie encore chaleureusement le Gouvernement d'alors, qui en dépit de la coutume, m'accorda un subside, comme aux étudiants de l'époque. Quelle surprise de trouver à la Sorbonne des étudiantes de toutes nationalités! (...) mais pas de Luxembourgeoises, alors que nos étudiants formaient un groupe considérable. J'avais honte de cette absence féminine, de ce retard culturel." Als erste Luxemburgerin promoviert sie 1908 mit der Doktorarbeit "Alexandre Soumet, sa vie, ses œuvres".

Als es zur Gründung des Mädchenlyzeums kommt, ist Anne Beffort von Anfang an dabei. Sie unterrichtet dort nicht nur Französisch, Deutsch, Mathematik und Geographie, sondern muss auch die Aufsicht in den Unterrichtsstunden ihrer männlichen Kollegen übernehmen. Daneben muss sie die Mädchen in der Trambahn begleiten, da diese ebenfalls von den Schülern der Industrieschule benutzt wird.

1929 gründet sie die "Amicale des Anciennes Élèves du Lycée". Sie setzt sich für die Schaffung des Victor-Hugo-Museums in Vianden ein. 1941 weigert sich Anne Beffort, das Abzeichen mit dem Hakenkreuz zu tragen und wird von der Schule verwiesen. 1948 überreicht ihr Robert Schuman das Abzeichen der Ehrenlegion (“Officier de la Légion d’honneur“).