Die Clausenerin wurde als zweites von zehn Kindern eines Gärtners
und einer Näherin geboren. Sie absolvierte die Sekundarschule der
"Sainte-Sophie" und brachte es in Rekordzeit zum höchsten
Lehrerinnen-Diplom. Nach vier Berufsjahren beschloss sie zu studieren:
Sie ging nach Münster, dann nach Paris, wo sie an der Sorbonne den
Doktorgrad in Literatur erhielt. Finanzieren konnte sie ihre Studien
mit Hilfe von staatlichen Zuschüssen: "Je ne vous dirai pas mes
difficultés personnelles, quand j'eus le courage ou l'audace, de rompre
avec la tradition et d'aller à l'Université. Mais je remercie encore
chaleureusement le Gouvernement d'alors, qui en dépit de la coutume,
m'accorda un subside, comme aux étudiants de l'époque. Quelle surprise
de trouver à la Sorbonne des étudiantes de toutes nationalités! (...)
mais pas de Luxembourgeoises, alors que nos étudiants formaient un
groupe considérable. J'avais honte de cette absence féminine, de ce
retard culturel." Als erste Luxemburgerin promoviert sie 1908 mit der
Doktorarbeit "Alexandre Soumet, sa vie, ses œuvres".
Als es zur Gründung des Mädchenlyzeums kommt, ist Anne Beffort von
Anfang an dabei. Sie unterrichtet dort nicht nur Französisch, Deutsch,
Mathematik und Geographie, sondern muss auch die Aufsicht in den
Unterrichtsstunden ihrer männlichen Kollegen übernehmen. Daneben muss
sie die Mädchen in der Trambahn begleiten, da diese ebenfalls von den
Schülern der Industrieschule benutzt wird.
1929 gründet sie die "Amicale des Anciennes Élèves du Lycée". Sie setzt
sich für die Schaffung des Victor-Hugo-Museums in Vianden ein. 1941
weigert sich Anne Beffort, das Abzeichen mit dem Hakenkreuz zu tragen
und wird von der Schule verwiesen. 1948 überreicht ihr Robert Schuman
das Abzeichen der Ehrenlegion (“Officier de la Légion d’honneur“).