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IMPRESSUM
 
 

LIVE DABEI 1919

 

Als junge Damen mit dabei

Berthe Schmitz erzählt anlässlich des 70. Jahrestages des Frauenwahlrechts im Luxemburger Wort, wie sie als junges Mädchen die Vereidigung von Marguerite Thomas-Clement erlebte (zitiert nach "Wenn nun wir Frauen auch das Wort ergreifen...")

“Nun sollte das Ereignis des Jahrhunderts stattfinden: die als erste gewählte Luxemburgerin sollte vereidigt werden, und wir mussten die Schulbank drücken. Kam nicht in Frage. Diese Sache mußte man gesehen haben, da mußte man dabei geweisen sein. (…)
Mit heiler Haut kamen wir ins Parlament. Zu der Zeit gab es noch auf der reservierte Plätze für die Damen. Réservé aux dames stand auf der Rücklehne einer Bank geschrieben. Waren wir Damen? Klopfenden Herzens nahmen wir Platz und warteten der Dinge, die da kommen sollten. (…)
Inzwischen hatte die Eidesleistung begonnen. Nun stand Madame Thomas auf dem Podium. Wir verschlangen sie mit unseren Blicken. Der hochgestreckte Arm, die ausgestreckten Schwurfinger, die feierlichen Eidesformels, die beobachtenden, abwägenden Blicke der männlichen Kollegen – alles das trieb uns eine Gänsehaut über den Rücken. Eine Geschlechtsgenossin hatte sich in die Arena gewagt, hatte den Mut aufgebracht, als erste Frau in der luxemburgischen Geschichte politische Verantwortung zu übernehmen und hatte feierlich geschworen, ihr Bestes zu tun. Die Welt um uns versank. Uns blieb der Eindruck des Einmaligen, des Nichtwiederholbaren.”

 

Blick über die Grenzen

Auch in Deutschland wurde das Frauenwahlrecht in diesem Jahr 90 Jahre alt. Lesen Sie den Beitrag
19. Januar 1919 - Erstmaliges aktives und passives Wahlrecht für Frauen in Deutschland von Julia Paulus:


Am 19.01.1919 konnten Frauen in Deutschland erstmals weibliche Abgeordnete in ein deutsches Zentralparlament wählen. Den Wahlen zur Weimarer Nationalversammlung ging nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und dem Zusammenbruch des Kaiserreiches ein Beschluss des Rates der Volksbeauftragten vom 12.11.1918 voraus, der Frauen (und auch allen Männern mit der Abschaffung des Dreiklassenwahlrechtes) die lang erstrebte volle Beteiligung am politischen Leben ermöglichte.

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