Die Werke - auch - von luxemburgischen Komponistinnen ausfindig machen,
archivieren und bekannt machen, ist das Ziel von Euterpe. Mit Lou
Koster im September und Helen Buchholtz im November stehen im Herbst nun gleich
zwei Konzerte mit Werken von luxemburgischen Komponistinnen
auf dem Programm der Musikhäuser.
Am 17. und 18. September laden das Musikkonservatorium Luxemburg und
das Trifolion Echternach zu Aufführungen der Ballade Der Geiger von
Echternach von Lou Koster ein. Interpretiert wird das Werk vom
Orchestre Philharmonique du Luxembourg und dem Choeur National du
Luxembourg unter der Leitung von Pierre Cao. Die Solisten sind Anja Van
Engeland, Sopran, Jeff Martin, Tenor, und Ekkehard Abele, Baryton.
Die luxemburgische Komponistin Lou Koster (1889-1973) schrieb das Werk
im Jahr 1966 in der Künstlerresidenz der Familie Mayrisch im
südfranzösischen Cabris. Am 9. Juli 1972 wurde es in der Basilika in
Echternach mit großem Erfolg und positiver Presseresonanz uraufgeführt.
Da Lou Koster damals in hohem Alter und bei schwacher Gesundheit war,
hatte sie die Orchestration des Werkes nicht selbst fertig stellen
können, sondern hatte den jungen Musiker Pierre Cao damit beauftragt.
Die Ballade basiert auf einem Text von Nikolaus Welter (1871-1951), der
seinerseits auf eine Sage aus dem 19. Jahrhundert zurückgriff.
Lou Kosters Oeuvre und dessen Bedeutung für die luxemburgische
Musikgeschichte wurde erst jüngst wieder entdeckt. Ihre Kompositionen
waren lange Zeit in Privatbesitz und sind erst seit wenigen Jahren der
Öffentlichkeit zugänglich (Nationalbibliothek und Archiv Lou Koster im
Frauenmusikarchiv Euterpe im Cid-femmes). Die Aufführungen reihen sich
ein in eine Folge von Projekten rund um diese Komponistin. Parallel zu
den Aufführungen wird das Centre national de l'audiovisuel (CNA) in
Zusammenarbeit mit Broadcasting Center Europe (BCE) eine CD des Werkes
aufnehmen, die im Frühjahr 2010 erscheinen wird. Die CD kann bereits
jetzt zum Vorzugspreis von 18 € mit dem Vermerk Geiger von Echternach
vorbestellt werden (Konto CNA: IBAN LU78 1111 2513 2595 0000). Das
Centre de documentation musicale (CEDOM) der Nationalbibliothek wird
außerdem die Partitur des Werkes im Frühjahr 2010 herausgeben.
Der Geiger von Echternach erzählt die Geschichte des langen Veit, eines
mittelalterlichen Fiedlers, der nach langer Abwesenheit in seine
Heimatstadt Echternach zurückkehrt. Er wird von seinen habgierigen
Verwandten, die längst seinen Besitz an sich gerissen haben, angeklagt,
seine Frau ermordet zu haben. An dem Tag, an dem der unschuldige Veit
gehängt werden soll, spielt er ein letztes Mal auf seinem Instrument
und versetzt durch sein magisches Spiel die Ankläger und das Volk, das
sich sensationslüstern um den Galgen versammelt hat, in eine nie enden
wollende Tanzwut. Koster ließ sich von diesem Stoff, der zentral von
der Macht und dem Zauber der Musik handelt, inspirieren und schuf ein
farbiges Werk, das stets nahe am Sagenhaften und Volkstümlichen bleibt.
Die Ballade bringt in einem Wechsel lyrischer, epischer und
dramatischer Momente eine breite Palette von Emotionen musikalisch zum
Ausdruck.
Das Projekt steht unter der Schirmherrschaft des Kulturministeriums und
findet in Zusammenarbeit mit den folgenden öffentlichen Instituten und
Vereinen statt: Bibliothèque Nationale / CEDOM, Euterpe -
Frauenmusikforum im Cid-femmes, CNA, CNL, INECC, OPL und SACEM.
Termine und Kartenvorverkauf: Donnerstag, den 17. September um 20.00
Uhr im Musikkonservatorium Luxemburg und Freitag, den 18. September um
20.00 Uhr im Trifolion Echternach. www.luxembourg-ticket.lu
Kartenpreis: je nach Kategorie zwischen 15 und 25 € (Jugendliche unter 27 Jahren: zwischen 6 und 10 €)