DAS GELäCHTER DER GESCHLECHTER
Humor, gegendert
Im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe "Zériö?!", zusammen mit der Stadt Luxemburg, war
Mitte Juni die Professorin Dr. Helga Kotthoff zu Besuch in der
Bibliothek.
Kotthoff ist Gender-Humorforscherin und analysierte in ihrem Vortrag
„Das Gelächter der Geschlechter“ den Humor aus der Genderperspektive.
Wie und worüber lachen Frauen, worüber Männer?
In Jungencliquen beispielsweise nehmen Jungs gern einen anderen aus der
Gruppe aufs Korn. Der wird herausgepickt und dann verbal provoziert.
Und der kontert dann auch. Und wer gut kontern kann, der wird
anerkannt. Diese Technik üben Frauen einfach weniger und sind deshalb
auch weniger versiert darin.
Die Mädchen hingegen machen mehr Scherze auf eigene Kosten. Frauen witzeln tendenziell leichter über sich, als Männer das tun.
Auch die Hierarchie ist beim Humor wichtig. Kotthoff brachte das
Beispiel aus dem Krankenhausmilieu, wo die Witze des Chefarztes besser
ankommen als die der einfachen Krankenschwester, die sich eh in Sachen
Scherzen zurückhalten sollte.
In dem zweiten Teil ging es um Medienkomik. Auch wenn die Frauen am
Aufholen sind, gibt es doch immer noch viel mehr Komiker als
Komikerinnen. Sie brachte ein Beispiel aus der zweiten Frauenbewegung
in dem Maren Kroymann, ausgehend von einer plumpen Anmache im
Büro, die Geschlechterrollen umkehrte und den Mann sozusagen mit
seinen eigenen Waffen schlug.
Abschließend
brachte sie noch das Beispiel des Klischeekönigs Mario Barth, der in sehr
einfach gestrickten Sketchen Frauen und Männer auf ihre Stereotypen reduziert.
Lesen Sie ein Interview mit Dr. Helga Kotthoff auf radio 100,7 ("Kulturévénement 18. Juni 09): kotthoff64kb.mp3