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IMPRESSUM
 
 

FOOD FOR THOUGHT I

Unsere Neuen…

(cr) Seit diesem Frühjahr gibt es vier neue, spannende und völlig unterschiedliche Zeitschriften in den Regalen des Cid-femmes zu entdecken: HERIZONS – Women´s News & Feminist Views aus Kanada, make/shift – feminisms in motion aus den USA, Anattitude – eine englischsprachige Zeitschrift, die in Brüssel erscheint und die der weiblichen Seite des Hip-hop gewidmet ist, sowie die deutschsprachige MISSY MAGAZINE – Popkultur für Frauen.

make/shift – feminisms in motion

makeshiftist eine relative neue, sehr ambitionierte, englischsprachige Zeitschrift. Seit drei Jahren erscheint sie zweimal jährlich in den USA. Das redaktionelle Kollektiv arbeitet ehrenamtlich neben voller Berufstätigkeit. Die Liste der Personen, die zum Magazin beitragen, ist lang. Diversität ist Trumpf, und zwar sowohl bei den Ansichten wie auch bei den Themen. make/shift versteht sich als Forum für unterschiedliche und sich fortlaufend verändernde feministische Identitäten (siehe Titel). Laut Leitartikel geht es darum, Unterschiede anzuerkennen, Verbindungen und Beziehungen zueinander aufzubauen, und nicht darum, eine einheitliche Gemeinschaft von lauter Gleichgesinnten zu vertreten.
Die für diese unabhängige Zeitschrift Verantwortlichen messen sich nicht an den üblichen Erfolgskriterien wie Auflagenzahl oder Erscheinungsfrequenz. Ihr Modell basiert nicht auf Wachstum, sondern auf Nachhaltigkeit. Bestehende Beziehungen zur LeserInnenschaft und zu Personen, die Beiträge gestalten, sollen ausgebaut, Erkenntnisse und Visionen vertieft werden. Quality before quantity eben.

In der aktuellen Ausgabe (issue no. 5, spring/summer 2009) geht es zusammenfassend um Beziehungen und Verbindungen unterschiedlichster Art. Ein Artikel veranschaulicht am Beispiel von transnationalen Familienbeziehungen wie Armut in den USA verglichen mit jener in Belize regelrecht als Reichtum erscheint. Ein anderer Beitrag beschreibt die komplexe Situation einer Frauen- und Menschenrechtsaktivistin, die unvermutet den "Feind" in ihrer eigenen Familie antrifft und nun irgendwie mit ihren gegensätzlichen Empfindungen (Empörung, Hass und Liebe) umgehen muss. Wieder eine andere Familienbeziehungsgeschichte erzählt eindrucksvoll vom Zusammenhang zwischen Gewalt in der Familie und staatlich sanktionierter Gewalt, dem Krieg.
Die Bandbreite der Themen umfasst außerdem einen Bericht über die Hindernisse beim Überbrückungsversuch geografischer und ideologischer Grenzen zwischen schwarzen und weißen Queer Communities in Detroit/Ferndale sowie ein Interview mit einer mexikanisch-amerikanischen Frau aus einem Sozialwohnungsblock, die vehement für eine Verbesserung von Beziehungen in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft kämpft, vor allem für jene Frauen, die häuslicher Gewalt ausgesetzt sind.
Ein absolut gelungener Beitrag sind die vier "What you started"-Briefe an schwarze feministische Vorreiterinnen und Ahninnen, in denen tiefer Respekt und Dank zum Ausdruck kommen.
Darüber hinaus finden sich noch ein Erfahrungsbericht über das eigene sexuelle Erwachen und ein aufgezeichnetes Gespräch über Freundschaft, Identität und das Aufspüren einer ureigenen Femininität, die nicht von Heterosexualität besetzt beziehungsweise vereinnahmt ist.

Manche make/shift Artikel sind kreativ/poetisch geschrieben, diese Abwechslung im Ausdruck ist erfrischend, vielleicht auch hin und wieder auf den ersten Blick verwirrend. In jeder Ausgabe von make/shift gibt's Kolumnen, Rezensionen, Zitate und Veranstaltungskalender.
Die Printausgabe ist in schwarz-weiß auf 100% Recyclingpapier gedruckt, das Cover und die Rückseite sind in Farbe. Internet: www.makeshiftmag.com

(Fortsetzung folgt demnächst)

Neu: Seit Oktober gibt es (auch bei uns) das missy magazine, eine Zeitschrift für Frauen, die sich für Popkultur, Politik und Style interessieren:

http://missy-magazine.de/