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IMPRESSUM
 
 

2000: WELTMARSCH DER FRAUEN GEGEN ARMUT UND GEWALT

Marche mondiale des femmes

Trotz der Festschreibung von Frauenrechten, trotz des umfangreichen Maßnahmenprogramms des Weltfrauenforums 1995 in Beijing bleibt vielen Frauen im Alltag die nüchterne Erkenntnis, dass sie aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt und in ihrer Menschenwürde verletzt werden. Mit dem Weltmarsch der Frauen will die weltweite Gemeinschaft von Frauen auf Missstände hinweisen, Solidarität zeigen, den politisch und ökonomisch Verantwortlichen ihre konkreten Forderungen stellen sowie eine breite Öffentlichkeit für Frauenprobleme sensibilisieren. Auch in Luxemburg haben sich 16 Frauenorganisationen hinter gemeinsame Forderungen gestellt und versuchen das Interesse der Öffentlichkeit für Frauenfragen zu gewinnen. Mit Aktionen auf der Straße und einem Piquet vor der Abgeordnetenkammer haben Frauen im Jahr 2000 auf ihre Forderungen aufmerksam gemacht. Etwa 1000 Unterschriften aus Luxemburg haben die internationale Kampagne unterstützt, an der sich mehr als 5 Millionen Frauen und Männer weltweit beteiligt haben. Die an die UNO gerichtete Petition fordert im Interesse von Frauen Maßnahmen und Aktionen gegen eine ungezügelte neoliberale Globalisierung und ein Ende von Krieg und Gewalt.

Der Zusammenschluss der Luxemburger Organisationen ACC - Agir contre le chômage * Cid-femmes * Déi Gréng Fraën * Déi Lénk * Femmes communistes * Femmes en détresse * Femmes socialistes * FNCTTFEL-Fraën * Fraëforum * LIDIA - Liaison, Discussion, Action * OGB-L Fraën * Rosa Lila * Stroossekanner Sao Paolo * Union des Femmes * Unione delle Donne Italiane * Zarabina - Initiativen fir Fraën stellt folgende Forderungen (Kurzfassung):

- Für eine ausgewogene Beteiligung von Frauen und Männern an politischen Entscheidungsprozessen fordern wir die Verankerung des Gleichheitsprinzips in der Verfassung sowie die Einführung von Quoten.

- Für das Recht der Frauen über ihren Körper zu bestimmen fordern wir eine angemessene Sexualerziehung, eine Entkriminalisierung der Abtreibung, gleiche Rechte für heterosexuelle und lesbische Frauen sowie die Bekämpfung von Zuhälterei und Frauenhandel.

- Zur Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen fordern wir die Anerkennung der Gewalt in der Familie als kriminelle Handlung und die Entfernung des Gewalttäters aus der gemeinsamen Wohnung. (Diese Forderung wurde gesetzlich umgesetzt.)

- Zur Vermeidung der Armut und unsicherer Arbeitsplätze fordern wir gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit, die Erhöhung des Mindestlohns, eine eigenständige soziale Absicherung der Frauen und die Einführung der 35-Stundenwoche verbunden mit Neueinstellungen.

- Zur Bekämpfung der strukturellen Gründe der Armut fordern wir die Streichung der Schulden der Länder des Südens, eine Besteuerung der Finanztransaktionen sowie den weltweiten Zugang der Frauen zur Bildung.

- In Solidarität mit den Immigrantinnen, den Flüchtlingen und den "Sans Papiers" fordern wir die Achtung der Würde und der Menschenrechte von Flüchtlingen, das Wahlrecht für Personen aus Nicht-EU-Ländern, die Regulierung der "Sans Papiers" und die Anerkennung der Verfolgung aus sexistischen Gründen als Asylgrund.

- Im Interesse aller Frauen fordern wir, dass Organisationen, welche die Interessen der Frauen vertreten, eine Kollektivklage bei Nichteinhaltung der gesetzlichen Bestimmungen einreichen können.