"Séng Gefiller spiiren an deite kënnen an hinnen en Ausdrock ginn; denen aneren hir Gefiller a Meenongen respektéieren; Neen soën kënnen, wann ee sech nët wuel spiirt; Courage hunn, fir zu séngen Iddien ze stoën; „fäerdeg Meenongen" hannerfroën; sech opmaachen fir Neiets (...)"
so beschreibt eine Vorschullehrerin ihre Erfahrungen mit dem Bücherkoffer des Cid-femmes, der einen Monat lang in der Klasse weilte.
Vier Bücherkoffer - je einen für Vorschule, Unter-,
Mittel- und Obergrad der Grundschule - reisen bereits seit 2002
nach dem Prinzip der Rucksackbibliothek durch das Land. Das Projekt
bleibt auch weiterhin ein wichtiges Element, um unsere Bücher aus
den Rubriken « Mädchenfreundliche Literatur » und «
Mädchensachbuch » sowie pädagogische Materialien aus
der Bibliothek an die eigentlichen Adressaten zu bringen.
Für viele Lehrerinnen (und auch einige wenige Lehrer) besteht das
erste Interesse am Projekt darin, das Lesen und den Umgang mit Büchern
bei den Kinder zu fördern. Das Ziel des Bücherkofferprojekts
geht allerdings über Leseförderung hinaus ; auf diesem Gebiet
ist das Erziehungsministerium seit einiger Zeit ohnehin selbst aktiv
geworden.
Unser eigentliches Anliegen ist es, mit dem Material in den Koffern die Geschlechterrollen und die Rollenverteilung bzw. -zuordnung auf eine attraktive Weise zu thematisieren. Wir setzten nicht nur auf den Multiplikatoreneffekt bei Lehrern und Lehrerinnen, auch die Kinder, die mit den Bücherkoffern arbeiten und Bücher daraus mit nach Hause nehmen, tragen zur Vertiefung und Diskussion des Themas im Elternhaus bei.
Weil das Projekt den Lehrpersonen viel Freiheit lässt, besteht leider manchmal die Gefahr, dass dieser wichtige Aspekt zum Nebeneffekt gerät oder gar ganz « vergessen » wird. Oder es besteht Unsicherheit dabei, die Geschlechterthematik im schulischen Alltag anzusprechen.
Deshalb hat das Cid-femmes im Frühjahr Dossiers «Geschlechtergerechte Pädagogik mit Anregungen für den Unterricht» erarbeitet.

Ein solches Dossier, bearbeitet von Isabelle Wagner, Sabine Clüsserath, Kathrin Eckhart und Christa Brömmel, liegt allen Koffern bei und gibt den Lehrenden zunächst eine kurze, theoretische Einführung und eine Anleitung zur Selbstreflexion der Geschlechterthematik. Die konkreten Unterrichtsvorschläge beziehen sich auf Bücher/Materialien, die der jeweilige Koffer enthält. Sie können direkt und größtenteils ohne Aufwand eingesetzt werden. Mit einem Elternbrief (verfasst in Deutsch, Französisch, Englisch, Portugiesisch und Serbo-Kroatisch) werden die Eltern besser eingebunden und das Cid-femmes bei einem neuen Personenkreis bekannt gemacht.
Die Dossiers « Geschlechtergerechte Pädagogik mit Anregungen für den Unterricht » können auch in der Bibliothek des Cid-femmes ausgeliehen werden.
Auch die Logbücher, die die Reisen der Bücherkoffer seit 2002 dokumentieren und zahlreiche interessante und praxiserprobte Unterrichtsanregungen enthalten, stehen zur Ansicht im Cid-femmes bereit.