LUXEMBURGENSIA
- Mäi léiwen Alen
Josiane Kartheiser
(ke) Frauen ab Mitte 50, aber auch Männer und Enkelkinder, ein paar
„Schickimickis-Tussien“, echte SeniorInnen und „Winnetous Squaw“
bevölkern die neue Anthologie von Josiane Kartheiser. Da wird auf
lëtzebuergesch und deutsch gelästert, angegeben und sehnsüchtig
geträumt. Von Schlappheit bei den „Alen“ keine Spur. Mit Staunen
beobachten die LeserInnen über welch’ riesige Energiereserven
Kartheisers Charaktere verfügen, und wie sie diese in alltäglichen
Kämpfen erschöpfen.
Schöne Geschichten, Glossen und Texte fürs Kabarett – mit Seitenhieben und einer guten Portion Witz.
Witze nacherzählen, jedoch, ist mündlich mal ein Vergnügen mal ein
Experiment, schriftlich gehört Talent dazu. Deshalb lassen wir lieber
Frau Kartheiser das Wort und sagen nur noch: Selber lesen und viel Spaß!
Josiane Kartheiser hat Amerikanistik und Linguistik studiert, viele
Jahre als Journalistin gearbeitet und gibt heute Lëtzebuergeschkurse
für Erwachsene. Neben der Schriftstellerei verfasst sie
Literaturkritiken. Die meisten ihrer Veröffentlichungen sind im
Cid-femmes entleihbar.
(Selbstverlag 2007, 144 Seiten)
- Bilder und Spiegelbilder
Britt Bernard
(ke) Schaffensphasen einer Künstlerin zeigt diese Autobiographie in
Bildern. Beginnend mit den Jugendzeichnungen der siebziger Jahre
dokumentiert Britt Bernard ihre Entwicklung in Collagen aus Text,
persönlichen Photos und Abbildungen ihrer Werke.
In jeder Lebensphase kommen neue Techniken hinzu, zunächst
„Automatisches Malen“ und Photographie, dann Malerei (Tusche, Aquarell,
Öl, Gouache und Fotomalerei), Arbeiten mit Wolle und Keramik und später
Assemblagen. Nach ersten Ausflügen in Tanz und Musik in den achtziger
Jahren, nehmen diese Ausdrucksformen mittlerweile viel Platz ein.
Die Werke erzählen persönliche Geschichten und reflektieren Erfahrungen
während der Auslandsaufenthalte und Reisen. Sie begleiten das Studium
in Straßburg und die berufliche Tätigkeit als Lehrerin. Angekommen im
eigenen Atelier zeigen sie die Spuren, die die Arbeit als
Kunsttherapeutin hinterlässt.
Im Rahmen des Cid-Projektes Künstlerinnen entdecken bietet Britt
Bernard Keramikworkshops für Kinder von 6-12 Jahren an, in denen sie
die japanische Rakutechnik vermittelt (www.kek.lu).
(Selbstverlag, 120 Seiten)
- Si vous saviez.....
Simone Pissinger
(ke) Ein bitteres Thema – sorgfältig und informativ aufgearbeitet.
Simone Pissinger arbeitet seit zehn Jahren als Mitarbeiterin der ersten
Stunde beim Meederchershaus, einer Einrichtung von Femmes en Détresse,
für Mädchen, die in ihren Familien Gewalt – insbesondere sexualisierte
Gewalt erfahren.
In dem vorliegenden Band berichtet sie umfassend von den äußeren
Bedingungen der Arbeit, von dem gesetzlichen Rahmen, den verschiedenen
Formen der Gewalt gegen Mädchen und der besonderen Rolle der
sexualisierten Gewalt, des häufig noch so genannten sexuellen
„Missbrauchs“.
Sie zeigt die gesellschaftlichen Vorurteile und familiären Strategien,
die es immer noch schwer machen, die Gewalt offen zu legen, Mädchen zu
schützen und Täter zu bestrafen.
Pissingers Darstellung macht deutlich, wie wichtig die Präventions- und
Sensibilisierungsarbeit des Meederchershaus ist: Nicht nur müssen
Kinder – Jungen wie Mädchen - in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt
und in die Lage versetzt werden, sich Hilfe zu suchen. Auch das
familiäre, schulische und medizinische Umfeld müssen für das Thema
sensibilisiert werden. Und schließlich haben Medien und Werbung noch
einen weiten Weg zurückzulegen, ein Frauen- und Mädchenbild zu
vermitteln, dass diese nicht zu Objekten männlicher Verfügbarkeit macht
(siehe. z. B. als abschreckendes Beispiel die aktuelle sexistische
Sloggi-Werbung)
Die Gewalt hinterlässt Spuren. Simone Pissinger berichtet von den
zermürbenden Gerichtsverfahren, von den Traumata und therapeutischen
Behandlungen.
Achtzehn, der insgesamt 297 Mädchen im Alter von 12 – 21 Jahren, die in
den letzten zehn Jahren beim Meederchershaus empfangen wurden, haben
sich bereit erklärt von ihren Erfahrungen Zeugnis abzulegen.
Daneben stehen als ausdrucksstarke Kommentare die Werke – vor allem
Collagen – die die Künstlerin Pina Delvaux für das Buch zur Verfügung
gestellt hat.
Ein hervorragendes Buch dem eine große LeserInnenschaft gewünscht werden kann!
(Femmes en Détresse / Meederchershaus 2007, 160 Seiten)
Kontakt : Tel. 29 65 65 ; foyer@mederchershaus.lu
Das Letzebuerger Artisten Center, das sich vor allem der Förderung
von jungen Gegenwartskünstlerinnen und –künstlern widmet, präsentiert
in einem schönen, aufwendig gestalteten Katalog Kunst aus der
Großregion. Mit jeweils ca. zwölf Seiten werden die Kunstschaffenden
mit ihren Werken – vor allem Malerei und Skulpturen -
Publikationen und bisherigen Ausstellungen vorgestellt. Ein
faszinierendes Panorama, das neugierig macht. Besonders erfreulich –
aus der Perspektive des Cid-femmes – ist es, dass Frauen so zahlreich
in dem Band vertreten sind. Im Einzelnen sind es: Lony Hirtz, Denise
Mackel, Josée Olinger-Proth, Sibylle Feidt, Mariette Flener-Muller, Eva
Erbacher, Christiane Linden, Yvette Rischette, Simone Finck und Martine
Daniels-Marson. (éditions saint -paul 2007, 197 Seiten)
- Portraits de femmes célèbres luxembourgoises
Katja Rausch
Katja Rausch vient de publier son nouveau livre « Portraits de
femmes célèbres luxembourgeoises » aux éditions Karà. Avec cette
sélection personnelle de destins de femmes luxembourgeoises qui ont
marqué leur époque et continuent, de près ou de loin, à marquer la
nôtre. Dans ce livre, des femmes plus ou moins célèbres se trouvent,
sans hiérarchie aucune, côte à côte, pour former un collier de destins.
Ainsi peut-on lire des biographies courtes d’Aline Mayrisch,
d’Ermesinde, de la première professeure-docteure et grande admiratrice
de Victor Hugo Anne Beffort, de la cuisinière Ketty Thull, de la
première journaliste et globe-trotteuse Katrin C. Martin, de la grande
dame du sport féminin Joséphine Jacquemart, de la religieuse la plus
controversée du Luxembourg Clara Moes, de la première femme médecin
Louise Welter ainsi que de la dernière femme décapitée au Luxembourg,
Françoise Valjan.
Les illustrations ont été réalisées par l’artiste Iva Mrazkova, et
chaque biographie se trouve complétée par un commentateur ou une
commentatrice de renom afin d’ancrer les destins dans le présent:
Marie-Anne Werner, Michel Margue, Cornel Meder, Germaine Goetzinger,
Paul Kremer, Christiane Zettinger, Jean Hamilius, Danielle Roster,
Lucien Thiel et Yannick Didlinger ont apporté leur contribution à ce
projet atypique.
Sur les dernières pages, la lectrice / le lecteur est invité à deviner
qui se cache derrière le « portrait mystère ». La solution sera publiée
le 11 janvier 2008 sur www.kara.lu.
(Karà éditions 2007, xxx Seiten)