Facebook - CidFemmes - you can join us on facebook now...
 


IMPRESSUM

>> "Perspectives" - Femmes d'ici venues d'ailleurs
>> 13 & 14.11. Mini-Talk Show Girls go Science
>> 14e Conférence internationale des femmes ingénieures et scientifiques (2008)
>> 25 novembre Journée internationale pour l'élimination de la violence à l'égard des femmes
>> 25. November: Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen
>> Assembléé générale du CNFL au Cid-femmes
>> Berufliche Zukunft für junge Frauen im Handwerk - Einstellungen ändern, um Potenziale zu nutzen
>> Bilanz und Aussicht
>> Bücherkoffer für 2009/2010 stehen bereit!
>> Conseil national des femmes du Luxemburg unter der Präsidentschaft des Cid-femmes
>> Des membres du comité CEDAW en visite au Cid
>> Die Koffer stehen zur Abreise im November 2009 bereit!
>> Girls' Day - Boys' Day am 30. April 2009
>> Girls' Day - Boys' Day einsam auf weiter Flur (2008)
>> ILReS-Umfrage
>> L'activité professionnelle des couples au Luxembourg
>> les activités de Zonta International au Luxembourg
>> Les femmes à l'honneur!
>> Les femmes et la crise économique
>> Luxemburg hat seinen ersten Frauenstadtrundgang
>> L’égalité communale du CNFL « goes online » / Kommunale Gleichstellung des CNFL „goes online“
>> Offener Brief an die Gleichstellungsministerin
>> Pétition "Si je veux…" en ligne / Petition online unterschreiben
>> Pétition CNFL « Égalité de salaires entre femmes et hommes– Nous voulons des résultats ! »
>> Prix Anne Beffort
>> Prix Anne Beffort für Annette Schwall-Lacroix
>> Prix Anne Beffort pour Josiane Kartheiser
>> Resumé rapport Péking +15 du LEF
>> Rückreisewelle zum Schuljahresende!
>> Slutwalks - der Aufstand der Schlampen
>> Stellungnahme zu den geplanten Tripartite Sparmaßnahmen
>> Und ICH… wie hätte ich gehandelt? (2.3.08)
>> Wahlen 2009
>> Walen 2004
>> Wat hun d'Parteien de Fraen ze bidden?

WIE RENTABEL SIND KINDERTAGESSTäTTEN? (2.3.08)

« La crèche est rentable, c’est son absence qui coûte »

cnflSo lautete der Titel des Vortrags, zu dem der Conseil National des Femmes du Luxembourg am 31. Januar eingeladen hatte. Referentin war die Volkswirtschaftlerin Lynn Mackenzie Oth, die in ihrer Untersuchung über Kindertagesstätten in der französischsprachigen Schweiz klar nachgewiesen hat, dass diese Betreuungsstrukturen rentabel sind und das nicht nur für die direkt betroffenen Familien, sondern für die Allgemeinheit insgesamt.
Das mag spontan verwundern, sind wir doch gewohnt an das permanente Gejammer – sei es in der Presse oder am Stammtisch - über die Kosten dieser Einrichtungen für die Gesellschaft.
Die Volkswirtschaftlerin beweist in ihrer Untersuchung, dass für 1 Franken (Schweizer Währung), der in die Tagesstätten investiert wird, durchschnittlich 3 Franken an die Allgemeinheit zurückfließen.
Für 1 Franken an Subventionen fließt (vor allem über die Steuern, die Sozialabgaben, die Senkung der Sozialbeihilfen) 1 Franken an die öffentliche Hand zurück, d.h. die Investition in eine Kindertagesstätte ist kostenneutral bei einer öffentlichen Bezuschussung von 70 Prozent.
Die Kosten für die Betreuungseinrichtungen setzen sich bekanntlich zusammen aus den öffentlichen Subventionen und den Beiträgen der Eltern – in manchen Fällen noch aus den Beiträgen von Betrieben. Wo liegt denn nun der Nutzen?

Direkte, durch Zahlen belegte, Vorteile der Kindertagesstätten

- Da die Berufstätigkeit der Eltern, vor allem der Frauen, zunimmt, bezahlen sie auch mehr Steuern und Sozialabgaben, was dem Staat und der Allgemeinheit zugute kommt.
- Der Staat spart teilweise Kosten für soziale Hilfen, die auf Grund eines niedrigen Einkommens an Haushalte ausbezahlt werden (z.B. Mietzuschuss, Heizzulage)
- Die Kaufkraft der Familien nimmt durch die verstärkte Berufstätigkeit zu. Die allein erziehenden Familien können ihre finanzielle Autonomie verbessern.
- Die berufstätigen Eltern behalten bzw. verbessern ihre professionellen Kompetenzen, was ihnen den Zugang zu qualifizierteren und gleichzeitig besser bezahlten Arbeitsplätzen ermöglicht; ihr Lebensstandard verbessert sich demzufolge.
- Durch die höheren Sozialabgaben haben sie Anspruch auf eine höhere Rente.

Zusätzliche Vorteile der Kindertagesstätten

Die Autorin der Studie weist darauf hin, dass die Existenz von Kindertagesstätten noch zusätzliche Vorteile nach sich zieht, die durch Zahlen belegt werden könnten, auch wenn das in dieser Untersuchung nicht der Fall ist.
So führt sie an erster Stelle ein höheres Wirtschaftswachstum an, das der Allgemeinheit zugute kommt.
Weiter macht sie darauf aufmerksam, dass in Betreuungsstrukturen allgemeine Defizite der Kinder (z.B. Sprache, Gesundheit) schneller diagnostiziert werden und in besagten Fällen früher geholfen werden kann, wodurch Kosten eingespart werden.
Dies gilt auch für die soziale Integration der Kinder, die sich durch den Besuch einer Kindertagesstätte verbessert; auf Grund der Betreuung durch ausgebildetes Personal haben die Kinder bessere schulische und berufliche Voraussetzungen.
Die Betriebe profitieren ebenfalls: Wegen der verstärkten Berufstätigkeit haben sie eine größere Auswahl an qualifizierten Arbeiterinnen; gleichzeitig entfallen Kosten, die durch häufigen Personalwechsel entstehen.
Durch Kindertagesstätten werden außerdem zusätzliche Arbeitsstellen geschaffen, was sich positiv auf die regionale Wirtschaft auswirkt.

Nicht so leicht zu chiffrieren, aber nicht zu unterschätzen sind die Tatsachen, dass Migrantenkinder und einheimische Kinder in den Tagesstätten zusammen „aufwachsen“,
was für den Zusammenhalt der gesamten Gesellschaft wichtig ist. Die ausländischen Kinder haben auch Vorteile in Bezug auf den Spracherwerb und somit verbessern sie ihre schulischen Erfolgsaussichten.
Dadurch dass beide Eltern gleichermaßen berufstätig sind, bietet sich die Chance einer partnerschaftlichen Rollenaufteilung innerhalb der Familien.
Nicht zuletzt ist es für die Betriebe und für eine ganze Region von Vorteil, wenn sie über genügend Kindertagesstätten verfügt, da junge Familien immer mehr die Wahl ihres Wohnortes von der Existenz von Kindertagesstätten abhängig machen.

Fazit und Ausblick

Die zahlreichen angeführten Vorteile haben deutlich gemacht, dass die Existenz von Kindertagesstätten wirtschaftlich den Familien, den Betrieben, aber auch dem Staat und der Gesellschaft insgesamt zugute kommt. Dieser Nutzen ist langfristig. Es ist folglich logisch, dass die öffentliche Hand Gelder zur Verfügung stellen muss um den bestehenden Bedarf an Kindertagesstätten zu decken. Wichtig ist es auch zu definieren, welches die Kosten und die Vorteile für alle Beteiligten sind.


Diese Diskussion muss auch in Luxemburg geführt werden. Zurzeit klagen die Gemeinden über unzumutbare Kosten, was die „structures d’accueil“ angeht. Gleichzeitig finden viele Familien die von ihrem Lohn abhängigen Beiträge für die Betreuungseinrichtungen viel zu hoch. Welcher Beitrag ist für wen zumutbar? Oder sollten Kindertagesstätten etwa gratis sein?
Das Thema ist brisant. Familienpolitik kündigt sich bereits als ein wichtiges Thema für die nächsten Wahlen an.

Fußnote: Wer sich für die Studie interessiert, kann diese auf der Webseite des CNFL www.cnfl.lu einsehen.

(Colette Kutten)